Hynose

Hypnose gegen Angst: Wann und wie hilft Hypnotherapie?

Hypnose kann gegen Angst helfen. Unter welchen Umständen und wie die Sitzungen ablaufen, erfahren Sie in dem neusten Blogbeitrag. 

Hypnose gegen Angst ist eine mögliche Behandlungsform für Menschen, die unter Angst und Panik leiden. Hypnotherapie ist seit 2006 wissenschaftlich anerkannt und wird vor allem bei Angststörungen, aber auch gegen chronische Schmerzen angewandt. In diesem Blogbeitrag erläutern wir Ihnen, wie Hypnose gegen Angst funktioniert, wer die Hypnose-Kosten übernimmt und warum der Mythos vom kompletten Kontrollverlust während der Sitzungen schlichtweg nicht stimmt.  

Welche Ängste sind behandelbar? 

Es gibt bestimmte Ängste, die sich besser mit der Hypnotherapie behandeln lassen als andere. Beispiele sind spezifische Phobien wie Flugangst, Angst vor Spinnen oder Höhenangst. Aber auch bei anderen Angststörungen wie Panikattacken oder sozialer Angst kann die Hypnose als wirksame komplementäre Behandlungsmethode eingesetzt werden.  

In welchen Fällen hilft Hypnose gegen Angst (eher) nicht? 

2006 erkannte der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) (LINK https://www.wbpsychotherapie.de/) Hypnose in 11 von 12 definierten Anwendungsbereichen für psychotherapeutische Behandlungen von Erwachsenen an. Die einzige Ausnahme betrifft die Therapie akuter Psychosen oder schwerer Persönlichkeitsstörungen. In diesen Fällen wird von Hypnotherapie abgeraten. 
Ebenfalls kritisch zu betrachten ist die Wirksamkeit von Hypnose gegen Angst, wenn die betroffene Person bewusstseinsverändernde Mittel – Alkohol oder Drogen, aber auch bestimmte Medikamente – zu sich nimmt. In diesem Fall muss davon ausgegangen werden, dass der Hypnose-Zustand während der Sitzungen nicht oder nicht ausreichend tief zu erreichen ist.   

Ablauf der Sitzungen 

Zu Beginn einer Hypnotherapie findet ein psychotherapeutisches Gespräch statt, in dem TherapeutIn und PatientIn die möglichen Ursachen der Angst sowie die Therapierichtung besprechen. Sobald die/der PatientIn bereit für die Hypnose ist, beginnt der eigentliche Prozess. Atemübungen, rückwärts zählen, eine ruhige Umgebung und auch verschiedene Gedankenbilder helfen dabei, dass die/der PatientIn in den Zustand einer tiefen Entspannung und schließlich in eine Trance findet.
Die betroffene Person begibt sich mental in eine Situation, die Panikattacken hervorrufen oder ihn/sie in anderer Form belastet. Tief entspannt, dabei aber hochkonzentriert auf bestimmte Gedanken – etwa Ängste oder Zwangsvorstellungen. Äußerliche Einflüsse sind buchstäblich ausgeblendet.

Wichtig hierbei: Traumata, Phobien und Ängste werden während der Hypnose nicht ungefiltert erneut durchlebt. Erlebt werden diese eher wie hinter Glas, also mit einem gewissen Abstand, der die Angst zwar spürbar aber nicht überfordernd oder gar traumatisierend macht.  

In diesem Moment greift die/der TherapeutIn auf das psychotherapeutische Gespräch vom Anfang zurück. Konkrete und zuvor abgesprochene Vorschläge können dabei helfen unbewusst neue Lösungsmöglichkeiten zu finden. 
Am Ende einer Hypnotherapie sind die behandelten Personen nicht wie auf Knopfdruck angstfrei. Es geht vielmehr darum, gewohnte Reaktionsmuster zu durchbrechen und anders damit umzugehen. 

Mythos Hypnose: Wehrlos und beeinflussbar unter Hypnose?

Jahrzehntelang hielt sich das Vorurteil, man sinke während der Hypnose in einen tiefen Schlaf, der beeinflussbar und wehrlos macht. Dies ist in keiner Weise der Fall: Die/der TherapeutIn leitet die Betroffenen versiert an, übt in der modernen Hypnotherapie aber keinerlei Druck aus. Hypnose ist kein wehr- und geistloser Zustand, während dem man einer Gehirnwäsche unterzogen werden kann. Ganz im Gegenteil. Am einfachsten beschreiben lässt sich der Hypnose-Zustand als eine tiefe körperliche Entspannung bei gleichzeitig hoher geistiger Konzentration. Im Grunde kennt das jeder Mensch aus dem Alltag. Es geschieht beispielsweise, wenn wir uns in einem guten Buch verlieren, tagträumen, meditieren, beten oder auch einem Hobby nachgehen, das uns ganz und gar vereinnahmt.

Wer übernimmt die Kosten? 

Für einen Behandlungserfolg genügen meistens sechs bis acht Therapiestunden – eine entsprechende Qualifikation bzw. Weiterbildung der Therapeutin/des Therapeuten vorausgesetzt.
In der Regel dauert eine Sitzung 50 Minuten und kostet zwischen 80 Euro und 120 Euro, selten auch 150 Euro. Doch während die gesetzliche Krankenkasse für gewöhnlich die Kosten für eine reguläre Psychotherapie übernimmt, ist das bei Hypnotherapie nicht oder nur in Ausnahmen der Fall. Privat- wie gesetzlich Versicherte sollten ihre Krankenkasse vor Beginn der Sitzungen kontaktieren und sich über etwaige Zuzahlungen informieren. 

Welche Quellen sind seriös?

Bei der Suche nach der/dem richtigen Hypnotherapeutin/Hypnotherpeuten muss sorgfältig recherchiert werden. Vor allem, weil man sich der behandelnden Person öffnet und mit ihr gemeinsam zu tiefsitzenden Ängsten und Problemen vordringt, muss es jemand sein, der eine Verbindung auf menschlicher Ebene herstellt. Genauso wichtig ist es, dass die Therapeutin/der Therapeut über ausreichend Expertise verfügt. Hilfreich bei der Wahl können u.a. die Landesärztekammern, die Krankenkassen oder die Fachgesellschaften für Hypnotherapie sein.

Teilen Sie diesen Beitrag

Veröffentlicht am: 13. September 2023

Weitere passende Beiträge

Wie können wir Ihnen helfen? Telefon 02403 – 78910 oder schreiben Sie uns eine Nachricht.